Theater Konstanz organisiert Spendenaktion für „Die Tafel“

Die Ehrenamtlichen des Konstanzer Tafelladen kommen immer mehr an ihre Grenzen. Immer mehr Menschen sind auf „Die Tafel“ angewiesen, doch immer weniger Spenden kommen an.
Um die wichtige Arbeit der „Tafel“ zu unterstützen, sammelt das Theater Konstanz nun nach jeder Nosferatu-Vorstellung auf dem Münsterplatz Geldspenden. Und sagt heute schon ein ganz herzliches Dankeschön an alle aus dem Publikum, die sich beteiligen.

Für freie Entscheidungsmacht von Frauen über ihren Körper

Am Montagabend, den 2. Mai 2022, leakte die Zeitung „Politico“ einen Gesetzesentwurf des Supreme Courts in den USA: Demnach will der Oberste Gerichtshof ein Grundsatzurteil kippen, das Frauen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche garantiert. Sollte der Entwurf im Juni 2022 verabschiedet werden, sollen die Bundesstaaten künftig eigene Abtreibungsgesetze erlassen können. Gerade im Süden und dem Mittleren Westen der USA könnte dies zu rigorosen Abtreibungsverboten führen.
 
Das Theater Konstanz positioniert sich klar gegen diesen Gesetzesentwurf und für eine freie Entscheidungsmacht von Frauen über ihren Körper.
 
Hören Sie erneut unseren Podcast „Warten auf ...“ mit Julika Funk, Leiterin der Chancengleichheitsstelle der Stadt Konstanz, im Gespräch mit Kristina Hänel, Medizinerin aus Gießen, die sich für die Abschaffung des Abtreibungsparagrafens 219a einsetzt.

TRIGGERWARNUNG! Diese Podcast-Folge beschäftigt sich mit dem Thema Abtreibung. Sollte Sie dieses Thema belasten, empfehlen wir, diese Folge nicht anzuhören. Detaillierte Informationen zum Thema Schwangerschaftsabbruch können Sie auch in diesem Dokument (578 KB) nachlesen.

Theater Konstanz solidarisiert sich mit der Ukraine

In Solidarität mit den Menschen im Kriegsgebiet der Ukraine organisiert das Theater Konstanz verschiedene Hilfsaktionen und Veranstaltungen.   
 
Während die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters Sachspenden zusammenstellen, welche am Donnerstag an den Vetten Adler für einen Transport in die Ukraine übergeben werden, bitten wir Sie um finanzielle Spenden für Betroffene des Krieges in der Ukraine und sammeln ab sofort bei allen Vorstellungen Geld für „Bündnis Entwicklung Hilft“ und „Aktion Deutschland Hilft“, einem Zusammenschluss von 23 deutschen Hilfsorganisationen zur Unterstützung von Menschen bei der Bewältigung von Katastrophen. Eine Spendenbescheinigung kann bei einer Barspende im Theater leider nicht ausgestellt werden.
Selbstverständlich besteht aber die Möglichkeit direkt auf das gemeinsame  Konto von „Bündnis Entwicklung Hilft“ und „Aktion Deutschland Hilft“ zu überweisen. (BEH und ADH, IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600, BIC: COBADEFFXXX, Stichwort: Nothilfe Ukraine. Weitere Informationen unter www.spendenkonto-nothilfe.de)

Bereits jetzt sind erste Geflüchtete in unserer Stadt bei Familie oder Freunden untergekommen. Außerdem sind seitens der Stadt Gespräche mit Wohlfahrtsverbänden und Hilfsorganisationen hier vor Ort geplant. Auf der zentralen Internetseite https://www.konstanz.de/ukraine/ informiert die Stadt Konstanz laufend u. a. über Spendenaktionen und Hilfsmöglichkeiten. Unter einer Infohotline wird in Kürze ein zentraler Kontakt für Anliegen und Fragen ansprechbar sein, bereits jetzt ist die Stadt dafür über die folgende E-Mail-Adresse erreichbar: ukraine.helfen@konstanz.de
Personen, die eigenen Wohnraum für Menschen aus der Ukraine bereitstellen möchten, können sich an das städtische Projekt „Raumteiler“ über raumteiler@konstanz.de oder telefonisch unter 07531 900 4020 melden.

Das Theater Konstanz unterstützt im Weiteren die von den demokratischen Jugendorganisationen überparteilich durchgeführten Kundgebungen aus der vergangenen Woche und voraussichtlich am kommenden Samstag, 5.3.2022 ab 16 Uhr. Am Sonntag, den 6.3.2022, findet schließlich ab 11 Uhr in der Spiegelhalle des Theater Konstanz die Veranstaltung „Sprache gegen die Tyrannei“ statt. Sprache kann eine scharfe Waffe sein – ob Literatur, Lyrik, Songtext, Vortrag – unser Ensemble erhebt gemeinsam mit weiteren Gästen die Stimme. Laut, konkret, gegen einen tyrannischen Krieg!
 
„Wir bedanken uns bei allen Menschen, die sich im Kleinen wie im Großen solidarisch zeigen mit der Bevölkerung eines Landes, das sich einer unbegründeten Aggression und unvorhergesehener Gewalt gegenübersieht“, so Intendantin Karin Becker. In dieser schrecklichen Zeit dürfe man nicht tatenlos zusehen, sondern müsse Zeichen der Gemeinsamkeit setzen.

Eine Bühne für Schauspielstudierende

Sowohl für Schauspielstudierende als auch für frische Schauspielabsolventinnen und -absolventen ist die für den Berufseinstieg so wichtige Präsentation ihrer Arbeit, das Spielen vor Publikum, Regieteams und Intendant*innen in den vergangenen zwei Jahren pandemiebedingt beinahe unmöglich geworden – ein Umstand, dem Intendantin Karin Becker solidarisch entgegenwirken möchte: Um jungen Schauspielerinnen und Schauspielern eine Bühne zu geben, sind deshalb in den kommenden Wochen gleich drei Projekte im Theater Konstanz zu sehen, die als Abschlussarbeiten oder unter Beteiligung von Schauspielstudierenden entstanden sind oder erarbeitet werden.
 
Am vergangenen Samstag wurde mit „Roadtrip mit Lasergirl und Beyoncé“ eine rasante Abenteuergeschichte von Tjibbe Veldkamp uraufgeführt, in der es nicht nur um den eigenen Wagemut und echte Freundschaft, sondern scheinbar ganz nebenbei um strukturelle Verhältnisse geht, die Menschen ins Abseits der Gesellschaft drängen. Abenaa Prempeh, Schauspielstudentin im 2. Studienjahr am Mozarteum in Salzburg, ist für diese Inszenierung zu Gast in Konstanz. Die Uraufführung, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurde, ist noch bis zum 19. März in der Spiegelhalle zu sehen.
 
Am „Chicken-Wochenende“ (19./20.2.2022) präsentiert das Theater Konstanz mit Unterstützung des Körber Studio Gastspielfonds außerdem die studentische Inszenierung „100 ways to imitate a chicken“ als Gastspiel auf der Werkstattbühne. In der Solo-Performance „100 ways to imitate a chicken“ nimmt sich Julia Buchberger – es ist drin, was draufsteht – spezifisch dem Huhn und seiner Imitation an. Ihre Auseinandersetzung mit den Mitteln des Theaters führt nicht nur dazu, dass das dargestellte Huhn als solches erkennbar wird, sondern sie zeigt, wie Wirklichkeit(en) auf der Bühne etabliert werden. Schräg, witzig und großartig!
 
Im April folgt schließlich das Projekt „bodybild“ in der Regie von Anne-Stine Peters. Hier erobern gleich sieben angehende Schauspieler*innen der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, der staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart und der Zürcher Hochschule der Künste das Stadttheater und präsentieren sich dem Konstanzer Publikum sportlich, bissig und unterhaltsam. Autorin Julia Haenni hat ihren Text auf Grundlage von Erfahrungsberichten junger Menschen geschrieben und setzt sich darin insbesondere mit deren durch Influencer*innen und andere falsche „Role Models“ auf die Spitze getriebenen Selbstoptimierungszwang auseinander. Premiere ist am 22.4.2022.
 
Intendantin Karin Becker äußert sich erwartungsvoll: „Ich freue mich, dass wir im Theater Konstanz einem Teil der kommenden Generation an Schauspieler*innen eine Bühne bieten können, und hoffe auf viel Publikum für diese spannenden Arbeiten.“

Konstanz bleibt stabil

Kundgebung für Solidarität, Demokratie und Verantwortung

Intendantin Karin Becker spricht auf der Marktstätte bei der Demonstration "Konstanz bleibt stabil". Die ganze Rede können Sie hier noch einmal nachlesen:

„WO GEHEN WIR HIN? ICH WEISS NICHT, ABER WIR MÜSSEN LOS!“ Mit diesem Zitat des amerikanischen Schriftstellers Jack Kerouac haben wir diese Spielzeit des Theaters übertitelt, nicht ahnend, wie treffend dieses Zitat sein würde.
Wo gehen wir hin? …mit unseren Ängsten, unserer Wut, unseren Zweifeln? Protest wogegen eigentlich? Die Wissenschaft? Die Regeln? Gegen den Staat? – sind das nicht wir alle? Wo treiben wir gerade hin? Was passiert innerhalb unserer Gesellschaft? Meinungsverschiedenheit ist ein wichtiger Bestandteil einer gelebten Demokratie. Wir müssen miteinander im Gespräch bleiben. Aber hören wir einander noch zu? Tauschen wir uns aus? Diskutieren wir noch miteinander? Der Riss in unserer Gesellschaft wird größer, die Debatten und Drohungen heftiger und unerträglich. Dabei braucht unsere Gesellschaft gerade jetzt, in dieser schlimmen Zeit, Solidarität. Die Solidarität aller. Und ja, Solidarität ist anspruchsvoll. Die Idee zielt auf ein nachhaltiges soziales Verhalten. Solidarität ist die Voraussetzung für Gleichheit und Freiheit.

Und: Individuelle Freiheit steht nicht im Gegensatz zu Solidarität. Wir sind alle abhängig von anderen, und zwar ganz wesentlich. Das können wir beobachten - wie wichtig ist die Arbeit der Erzieher*innen, der Lkw-Fahrer*innen, der Angestellten in den Supermärkten, des Pflegepersonals, der Ärzt*innen usw.

Wir brauchen keine Corona-Spaziergänge, keine Fake-News zu Impfungen, keine rechten Parolen und Verschwörungstheorien. Wir brauchen Empathie, Menschlichkeit und Solidarität. Wir brauchen MITEINANDER.
Das Theater und alle Kultureinrichtungen sind Orte, an denen Bürger*innen zusammenkommen und miteinander gesellschaftliche Themen verhandeln. Kultur ist ein Raum für andere Erfahrungen. Wo sonst sollen Utopien gesponnen werden? Wo sonst dürfen wir erleben, was in der Realität für uns nicht lebbar ist? Kultur muss frei von ökonomischen Bedingungen sein. Wie arm wäre Konstanz ohne seine Kultureinrichtungen? Wir wollen weiterhin offen bleiben, um diesen Raum, diesen so wichtigen Austausch bieten zu können!  Kultur ohne Publikum ist nichts. Und: Ohne uns, ohne Kunst und Kultur wird’s still.

Wir wollen, dass alle gesund bleiben. Wir wollen, dass Kindergärten, Schulen, Museen, Bibliotheken, alle Einrichtungen offen bleiben können. Und das schaffen wir, wenn wir solidarisch handeln und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Deshalb: Lassen Sie sich impfen! Impfen reduziert nachweisbar die Verbreitung und das Risiko schwerer Erkrankung. Lassen Sie sich impfen – für sich und andere – dann können auch wir wieder unserer Aufgabe in der Gesellschaft vollumfänglich nachkommen.

Gegen Desinformation und für die Impfung

Impfen Rettet Leben – Impfen Rettet Kultur

Seit Wochen wird am Stephansplatz zu Marktzeiten mit Schrifttafeln gegen die Impfung und gegen Corona-Maßnahmen geworben. Dabei werden vielfach widerlegte Falschmeldungen und Desinformation reproduziert. Als Theater Konstanz stehen wir für eine solidarische Gesellschaft, für Austausch und Debatte. Jede Debatte muss aber auf der Grundlage von Fakten geführt werden! Um der Desinformationskampagne etwas entgegenzusetzen, ist unsere Intendantin Karin Becker am vergangenen Dienstag in den Dialog gegangen. Zusammen mit weiteren Mitarbeiter*innen fordert sie: „Impflücke jetzt schließen!“

Informationen zum Impfangebot in Konstanz finden Sie hier: www.konstanz.de/impfmoeglichkeiten