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30/05/26

Spiegelhalle

ABO

Rollenwandel: Schiff der Träume

nach einem Drehbuch von Federico Fellini

Regie Annika Schäfer Bühne & Kostüme Tom Schellmann
Dramaturgie Hauke Pockrandt
Mit Michaela Allendorf, Anna Lisa Grebe, Ulrich Hoppe, Odo Jergitsch, Leonard Meschter, Jonas Pätzold
Dauer: ca. 1:35 Stunden

Wehklagen und Verzweiflung erklingen im Hafen von Neapel und durchschneiden die von Geschäftigkeit, Möwengeschrei, vom Kommen und Gehen, Lachen und Streiten erfüllte Szenerie. Die Quelle der Störung ist ebenso wenig zu übersehen, wie zu überhören: Im Minutentakt halten Limousinen am Landungssteg des Ozeandampfers Gloria N und allmählich versammelt sich eine ungeheure Prominenz. Dort reicht der Intendant der Wiener Oper dem weltberühmten Maestro Albertini die Hand, weiter hinten ergießt sich die große Sopranistin Cuffari in ein markerschütterndes Lamento. Die versammelte Gemeinschaft trägt Trauer, doch statt stiller Andacht gleicht das Bild einem Spektakel. Blitzlichtgewitter, an Geschmacklosigkeit grenzende Extravaganz – kein Zweifel, hier wird nicht der Verlust eines gewöhnlichen Menschen beklagt! Weggefährt*innen, Neider*innen, Liebhaber*innen, die eingebildete Elite aus Kunst, Adel, Geld und Politik – alle sind gekommen, um der unsterblichen Operndiva Edmea Tetua das letzte Geleit zu geben und ihre Asche im Meer zu verstreuen.
Etwas abseits des Geschehens winkt der Journalist Orlando, der uns als Chronist mit an Bord der Gloria N nimmt und in die Trauergemeinschaft einführt. Welche Lücke hinterlässt die größte Diva aller Zeiten bei diesen Menschen, die immerzu auf die eigene Inszenierung, die performative Vermarktung einer echten oder rentablen Gefühlsregung bedacht sind, bei denen selbst Trauer zum Wettstreit wird? Als wäre die Unterscheidung von Sein und Schein nicht schwer genug, drängen sich im Verlauf der grotesken Trauerfahrt immer mehr Träume in den Vordergrund und auch die unsterbliche Edmea Tetua verlangt nach ihrem großen Auftritt im Rampenlicht.

„Das Schiff der Träume“ nach dem Drehbuch von Federico Fellini wurde als Theaterstoff in einem für die Theaterlandschaft einzigartigen partizipativen Prozess ausgewählt. Unter dem Namen „Rollenwandel“ haben sich abteilungsübergreifend Mitarbeiter*innen des Theaters Konstanz zusammengeschlossen und als Kollektiv den Theaterstoff, die Regie und die Position für das Bühnen- und Kostümbild kuratiert. Unter „Rollenwandel“ versteht sich der Versuch, traditionell hierarchisch geprägte Strukturen des Theaterbetriebs aufzubrechen und in einem pluralen, demokratischen und nachhaltigen Veränderungsprozess weiterzuentwickeln.
Die für die Regie ausgewählte Regisseurin Annika Schäfer, der Bühnen- und Kostümbildner Tom Schellmann und das Rollenwandel-Ensemble nehmen Fellinis Filmklassiker als Folie für eine opulente Traum- und Trauerreise, in der Sehnsüchte, die Liebe zur Kunst und Musik, aber auch die Opfer, die das Künstler*innen-Leben erfordert, lustvoll-spielerisch und mit viel Musik erkundet werden.
 

Das Projekt Rollenwandel wird gefördert durch:

Termine und Tickets

Mai
Samstag, 30.05.2026 | 20 Uhr | Tickets (Premiere
Sonntag, 31.05.2026 | 20 Uhr | Tickets

Juni
Dienstag, 02.06.2026 | 20 Uhr | Tickets 1
Mittwoch, 03.06.2026 | 15 Uhr | Tickets 2
Freitag,  05.06.2026 | 19:30 Uhr | Tickets
Samstag, 06.06.2026 | 20 Uhr | Tickets
Dienstag, 09.06.2026 | 19:30 Uhr | Tickets 3
Mittwoch, 10.06.2026 | 15 Uhr | Tickets 2
Freitag, 12.06.2026 | 19:30 Uhr | Tickets
Mittwoch, 17.06.2026 | 20 Uhr | Tickets
Donnerstag, 18.06.2026 | 20 Uhr | Tickets
Freitag, 19.06.2026 | 19:30 Uhr | Tickets
Sonntag, 21.06.2026 | 18 Uhr | Tickets
Mittwoch, 24.06.2026 | 20 Uhr | Tickets

1 Ermäßigter Eintritt am Theaterspartag: 10€ auf allen noch verfügbaren Plätzen.

2 Ermäßigter Eintritt am Mittwochnachmittag: Für alle Besucher*innen 30 % Rabatt auf den Vollpreis.

3 Mit einer Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Hier gilt das Kulturticket

Pressestimmen

Eine solche Ansammlung von Sänger:innen, Mäzen und Intendanten mutiert schnell zum Fest der Eitelkeiten, Anzüglichkeiten und Gemeinheiten. Anna Lisa Grebe, Leonard Meschter und Jonas Pätzold spielen dieses Fest mit großem Spaß. Odo Jergitsch als Kardinal und Intendant spielt mit genauen Gesten die komödiantischen Nuancen seiner Rollen aus. Als Reporter Orlando, der als Erzähler durch die Handlung führt, agiert Ulrich Hoppe unaufgeregt mit Neugierde auf das, was sich da gerade tut. (...) Musikalisch führt Rudolf Hartmann das Ensemble präzise: Vom Gutenachtlied gleich zu Anfang, über Rossinis „Miau“ bis hin zu „The sea is calm“ zeigt das Ensemble starke Qualitäten. Wie überhaupt zu hoffen ist, dass dieser partizipative Ansatz von „Rollenwandel“ nicht nur am Theater Konstanz eine Fortsetzung findet.
Manfred Jahnke, Die deutsche Bühne

Es gibt wunderbar komische, ja groteske Bilder in dieser Inszenierung. (...) Es wird naturgemäß viel gesungen in diesem vermeintlichen Untergangsstück. Auch getanzt. Die Lust am Leben hört nicht auf. Beim Untergang der „Titanic“ spielte das Orchester einfach weiter. Vielleicht nehmen wir das mit, aus Annika Schäfers Inszenierung, aus dem Spiel der Sechs, die nochmal sechs oder sieben andere darstellen. Mit viel Lust. Mit viel Spaß, der auf das Publikum übersprang. Das soll und kann Theater auch, unterhalten. Viel Applaus!
Siegmund Kopitzki, Südkurier

Content Note (Hinweis zu sensiblen Inhalten)

Das Team des Theater Konstanz setzt immer wieder einen Schwerpunkt auf aktuelle Stoffe und Stücke zeitgenössischer Autor*innen. Das Verhandeln von gesellschaftlichen Konflikten ist uns wichtig und kann erlebbar machen, dass und wie unsere Wirklichkeit gemacht, hergestellt – und deswegen auch veränderbar ist. Diese Auseinandersetzung mit konfliktreichen Themen auf einer sinnlichen, gespielten Ebene kann und möchte bewegen.

Je nach persönlicher Sensibilisierung können solche Auseinandersetzungen als (zu) schmerzhaft empfunden werden. Im Sinne einer transparenten Kommunikation und im Bewusstsein darüber, dass Stückinhalte aufgrund von individuellen Erfahrungen verschieden erlebt werden, gibt es hier zusätzliche Informationen über Inhalte, die wir als sensibel einstufen. Diese Hinweise zu sensiblen Inhalten – auch Content Notes – weisen darauf hin, dass bestimmte Themen auf der Bühne verhandelt werden, die starke Reaktionen auslösen können. Ein Kritikpunkt an Content Notes ist, dass sie Teile der Inszenierung vorwegnehmen können. Im Sinne einer selbstbestimmten Entscheidung wird es im Folgenden jeder und jedem Einzelnen überlassen, die inhaltlichen Hinweise zu lesen oder nicht.

Rollenwandel: Schiff der Träume
Content Note:
 
Die Inszenierung thematisiert Trauer, Tod, Depressionen, Suizid, Essstörungen.
In einer Szene bedient sich eine Figur eines ableistischen Witzes.
Auf sprachlicher Ebene wird wiederholt Tod durch Ertrinken und Krieg behandelt. 
Auf bildlicher Ebene wird eine Beerdigung dargestellt. In einigen Szenen werden Gesichter durch Tücher/Trauerschleier verhüllt. 

Theater Konstanz
© Ilja Mess
Theater Konstanz
© Ilja Mess
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