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13/03/26

Stadttheater

ABO

URAUFFÜHRUNG

JTK 12+

Zehner

von Fayer Koch
Auftragswerk für das Theater Konstanz

Regie Sergej Gößner Bühne & Kostüme Lukas Fries Musik Valentin Schröteler
Dramaturgie Romana Lautner Theaterpädagogik Tanja Jäckel, Denny Renco
Mit Alicia Bischoff, Julius Engelbach, Kristina Lotta Kahlert, Jonas Pätzold
Team Zehner Johanna Allgaier, Hannah Benz-Ogman, Lara Farhat, Svea Fer, Lotta Gläser, Horesh Harel, Tim Heier, Levin Mora, Jette Nieße, Julia Pütz, Jule Simmendinger, Mia Stecker, Paula Vietor, Magdalena Wolf, Maja Wolter
Theaterpädagogische Begleitung Team Zehner Tanja Jäckel
Dauer ca. 1:20 h, keine Pause

Sie haben ihn vor sich, den bedeutendsten Sommer ihres Lebens! AC, Jansi, Dario und Naila wollen vom Zehn-Meter-Turm springen. Doch an dem Tag, an dem sie ihren Plan umsetzen möchten, hat der Zehner keine Leiter mehr. Der Grund dafür sind die Haushaltskürzungen: Kein Geld, keine Aufsichtsperson, kein Zehner. Während Naila, Dario und Jansi einen Umgang mit der neuen Situation finden, bleibt AC wütend. Sie kann und will das nicht einfach so akzeptieren. Schließllich geht es nicht nur um den Zehner, es geht um viel mehr.

Was heißt das eigentlich, politisch sein? Was bedeutet es für Jugendliche, in unserer Demokratie zu leben? Bei welchen Themen dürfen sie mitentscheiden und wie oft werden sie außen vor gelassen? Wie kann Protest heute aussehen?

Fayer Koch hat zusammen mit einer Gruppe von 15 Konstanzer Jugendlichen ein besonderes Theaterstück geschrieben. Das „Team Zehner“ hat Fayer dabei von Anfang an unterstützt, das Thema vorgegeben, Kritik geübt, konkrete Änderungen vorgeschlagen, an Formulierungen und Charakteren gefeilt. „Zehner“ ist also mehr als ein Theaterstück, es ist ein Projekt der Teilhabe.

Gefördert durch:

Termine und Tickets

März
Freitag, 13.03.2026 | 20 Uhr | Tickets (Uraufführung
Freitag, 20.03.2026 | 19:30 Uhr | Tickets 3,4
Samstag, 21.03.2026 | 20 Uhr | Tickets
Sonntag, 22.03.2026 | 18 Uhr | Tickets 3
Montag, 23.03.2026 | 10 Uhr | Schulvorstellung
Dienstag, 24.03.2026 | 19:30 Uhr | Tickets 3
Mittwoch, 25.03.2026 | 20 Uhr | Tickets 3

April
Donnerstag, 09.04.2026 | 20 Uhr | Tickets 3
Freitag, 17.04.2026 | 19:30 Uhr | Tickets
Samstag, 18.04.2026 | 20 Uhr | Tickets
Samstag, 25.04.2026 | 20 Uhr | Tickets 3
Montag, 27.04.2026 | 10 Uhr | Schulvorstellung
Dienstag, 28.04.2026 | 20 Uhr | Tickets 3
Mittwoch, 29.04.2026 | 15 Uhr | Tickets 4
Donnerstag, 30.04.2026 | 19:30 Uhr | Tickets 3

Mai
Dienstag, 05.05.2026 | 10 Uhr | Schulvorstellung

3 Mit einer Einführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Parkett
4 mit Nachgespräch im Anschluss an die Vorstellung

Einzeltickets für die Vormittagsvorstellungen sind ab drei Werktage vor der Vorstellung direkt an der Theaterkasse im KulturKiosk verfügbar.

Hier gilt das Kulturticket

Besetzung

AC Alicia Bischoff
Dario Jonas Pätzold
Naila Kristina Lotta Kahlert
Jansi Julius Engelbach

Pressestimmen

"Fayer Koch und seine jungen Mitautoren geht es nicht ums Anklagen, sondern ums Nachvollziehen. „Zehner“ zeigt nichts weniger als die Politisierung des Menschen mit allen damit einhergehenden Widersprüchen und Fehlentscheidungen. Das steckt voller Witz und Ironie. Und weil dabei der Bürgermeister und die betuliche Lehrerin ebenso ihre Spitzen abbekommen wie die Jugendlichen selbst, ist das Ergebnis durchgehend amüsant und unterhaltsam."
Johannes Bruggaier, Südkurier
 
"Diese Beteiligung (der Jugendlichen) spürte man bei dieser Inszenierung auch an allen Ecken und Enden. Die Sprache des gut 80-minütigen Stücks war erfrischend und doch in seiner Aussagekraft klar und deutlich."
Philipp Findling, Singener Wochenblatt

"Der Text und das wandelbare Spiel des Ensembles, das aus den Rollen des Vierer-Teams spielend leicht in weitere Rollen wechselt, reichen vom Cringe-Gefühl und der Fremdscham, sich wirklich für sowas zu interessieren, für so Politik und so, bis hin zum Stolz, da was zu erreichen, als Team füreinander und eine Sache einzustehen. Die Sprache ist assoziativ, eröffnet wie der Titel ein Empfindungs-Spektrum."
Martina Jacobi, Die Deutsche Bühne

Audioeinführung von Dramaturgin Romana Lautner

Rund ums Stück

Zukunft für Alle? 
Warum Nachhaltigkeit ohne soziale Gerechtigkeit und Teilhabe nicht funktioniert

In Kooperation mit dem Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz und der vhs Landkreis Konstanz e. V.

In einer alternden Gesellschaft werden wichtige Entscheidungen oft ohne jene getroffen, die ihre Folgen morgen tragen müssen. Gemeinsam mit Wirtschaftsjournalist Caspar Dohmen und weiteren Gäst*innen diskutieren wir Fragen von Klima, Verantwortung und der politischen Wirkmacht junger Menschen. Das Gespräch wird begleitet von szenischen Lesungen aus den Stücken „Zehner“ und „Die Kinder“, die sich mit dem Thema Generationengerechtigkeit auseinandersetzen.

Preise regulär 7€ / ermäßigt 30 % auf den Vollpreis
Dauer 1:30 h

21/03/26, 19 Uhr, Spiegelhalle | Tickets

Nachgefragt - Was bitte sind denn Zehnermenschen?

Autor*in Fayer Koch im Gespräch mit Dramaturgin Romana Lautner – über Teilhabe, den Entstehungsprozess des Stückes "Zehner" und die damit verbundenen größten Überraschungen
 
Romana Lautner: Bist Du schon einmal vom Zehner gesprungen?
Fayer Koch: Nein, das würde ich nie machen – das wäre mir viel zu unheimlich.
 
In Deinem Stück gibt es das schöne Zitat: „Sind alles keine Zehnermenschen. Was sind das denn, Zehnermenschen?
An dieser Stelle spricht eine Gruppe von Freund*innen über die Mitschüler*innen. Die sind „keine Zehnermenschen“, weil sie nicht Teil der Freund*innengruppe sind. Ein Zehnermensch ist also vor allem jemand, der oder die dazugehört.
 
Bist Du ein Zehnermensch?
Manchmal verbringe ich Zeit mit meinen Freund*innen und hab dabei das Gefühl, wir könnten gerade alles schaffen. Oder: Egal was wir machen, es würde sich gut anfühlen. In diesen Momenten sind wir Zehnermenschen.
 
Wofür steht der titelgebende Zehn-Meter-Sprungturm im Stück Deiner Meinung nach (exemplarisch)?
Einerseits für eine Mutprobe, eine Schwelle zum Erwachsenwerden. Andrerseits für ein Stück öffentlicher Infrastruktur, das durch Sparpolitik gefährdet ist.
 
Wie ist es zum Thema und Plot des Stückes gekommen?
Ich habe am Beginn der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen verschiedene Ausgangsideen mitgebracht. Gemeinsam haben wir uns dann für die Themen Aktivismus und Teilhabe entschieden. Im Anschluss war ich mit der Frage beschäftigt, um welches politische Anliegen sich der Aktivismus im Stück drehen soll. Ich habe mich letztlich bewusst für „Haushaltskürzungen“ entschieden, weil ich den inneren Widerspruch dieses Themas interessant fürs Schreiben fand: Kommunale Finanzpolitik hat – ganz alltagspraktisch gesprochen – riesige Auswirkungen auf uns alle. Und trotzdem ist es ein Bereich von Politik, der furchtbar unsexy ist. Um sich gegen Sparpolitik einzusetzen braucht es also (vielleicht noch mehr als bei anderen Themen) Durchhaltevermögen und Entschlossenheit. Den ersten Entwurf des Plots habe ich dann mit den Jugendlichen besprochen und mit ihrem Feedback weiterentwickelt.
 
Wie sehr hat Dich die Begegnung mit dem Konstanzer Jugendlichen beeinflusst/verändert?
Ohne den Input der Jugendlichen wäre ein komplett anderes Stück herausgekommen. Sie haben von Anfang an mitgedacht und den Prozess kritisch begleitet. Es fühlt sich wirklich an, als wären wir ein gutes Stück des Weges kollektiv gegangen. Das war für mich im Schreiben eine ganz neue und aufregende Erfahrung.
 
Was hat Dich in der Zusammenarbeit am meisten überrascht?
Dass die Jugendlichen weniger Anglizismen gebrauchen als gedacht. Und dass sie Gewalt als Protestform fast einhellig ablehnen.
 
Dass Dir Teilhabe wichtig ist, wusste ich, das war mit ein Grund, warum wir Dich gefragt haben, dieses Projekt mit uns zu wagen. Aber magst Du noch einmal formulieren, warum Teilhabe wichtig ist?
Ich glaube, dass Theater besonders dann gut funktioniert, wenn die Zuschauer*innen sich in den Figuren auf der Bühne und ihren Fragen und Problemen wiederfinden können. Im Theater für junges Publikum ist das nicht immer selbstverständlich – schließlich schreiben und inszenieren hier meistens Erwachsene. Deren eigene Jugend ist oft ewig her, und entsprechend beherrschen Klischees und Zuschreibungen viele ihrer Vorstellungen vom Jugendlich-Sein. Teilhabe am Prozess der Stückentwicklungen führt also – glaube ich – zu Stücken, die zugänglicher sind, weniger Klischeebeladen und im besten Falle „echter“.
 
Du warst sehr offen und kritikfähig in diesem besonderen Entstehungs-Prozess. Ein Feedback der Jugendlichen war, wie beeindruckt sie das hat, dass Du wirklich zugehört und alles ernst genommen hast. Woher nimmst Du als Autorenperson diese Gelassenheit?
Danke für das Lob! Vielleicht kommt meine Offenheit daher, dass ich davon überzeugt bin, dass die Jugendlichen (und nicht ich selbst) Expert*innen beim Thema Jugendlich-Sein sind. Ich wollte von jugendlichen Lebenswelten erzählen, da war es für mich nur naheliegend, ihre Kritik und ihre Ideen ernst zu nehmen.
 
Ein Schreibprozess ist immer ja auch ein intimer, sehr persönlicher Vorgang. Wie war das für Dich, den so zu öffnen?
Das stimmt. Es ist verletzlich, unfertige Fassungen herzuzeigen und sich Kritik anzuhören. Gleichzeitig habe ich ja nicht immer selbst die allerbesten Ideen. Ich finde es toll und bin dankbar, wenn andere Leute mitdenken. Im Theater ist die fertige Inszenierung immer Ergebnis eines kollektiven Prozesses. Das ist eines der schönsten Dinge an dieser Kunstform, finde ich.
 
Wie kann man sich eure Zusammenarbeit konkret vorstellen?
Wir haben uns über fast ein Jahr hinweg bei Workshops in Konstanz getroffen. Beim ersten Mal haben wir uns nur kennengelernt und zu Themen des Stücks gebrainstormt. Dann habe ich mit dem Schreiben losgelegt und immer wieder neue Fassungen mitgebracht. Wir haben den Text jedes Mal gemeinsam laut gelesen und dann ganz viel gemeinsam diskutiert – über Details und einzelne Wörter genauso wie über die große Frage, wie man eigentlich die Welt verändern kann.
 
Hast Du beim Schreiben die Jugendlichen vor Augen/ im Ohr gehabt?
Ja, ständig! Und ich habe mich immer schon darauf gefreut, den Jugendlichen die neue Fassung zu zeigen. Schreiben ist oft so einsam, ich finde es toll schon währenddessen zu wissen, wann ich den Text wem zeigen kann (oder muss).
 
Hast Du einen Lieblingssatz im Stück?
Wir warten nicht auf was Bestimmtes
Wir warten eher allgemein
 
Welcher Punkt im Stück ist Dir besonders wichtig?
Im Stück geht es unter anderem um die Frage, wie weit legitimer Protest gehen darf. Ich bin davon überzeugt, dass es nichts bringt, Protestierende in „gut“ und „schlecht“ zu unterteilen. Menschen wählen unterschiedliche Form des Aktivismus, aber wenn es um die offene Gesellschaft geht, haben alle Formen ihre Berechtigung. Ich will mich von niemandem distanzieren müssen, der oder die für eine solidarische und gleichberechtigte Welt kämpft, nur weil ich selber andere Mittel des Protestes wählen würde.

Content Note

Das Team des Theater Konstanz setzt immer wieder einen Schwerpunkt auf aktuelle Stoffe und Stücke zeitgenössischer Autor*innen. Das Verhandeln von gesellschaftlichen Konflikten ist uns wichtig und kann erlebbar machen, dass und wie unsere Wirklichkeit gemacht, hergestellt – und deswegen auch veränderbar ist. Diese Auseinandersetzung mit konfliktreichen Themen auf einer sinnlichen, gespielten Ebene kann und möchte bewegen.

Je nach persönlicher Sensibilisierung können solche Auseinandersetzungen als (zu) schmerzhaft empfunden werden. Im Sinne einer transparenten Kommunikation und im Bewusstsein darüber, dass Stückinhalte aufgrund von individuellen Erfahrungen verschieden erlebt werden, gibt es hier zusätzliche Informationen über Inhalte, die wir als sensibel einstufen. Diese Hinweise zu sensiblen Inhalten – auch Content Notes – weisen darauf hin, dass bestimmte Themen auf der Bühne verhandelt werden, die starke Reaktionen auslösen können. Ein Kritikpunkt an Content Notes ist, dass sie Teile der Inszenierung vorwegnehmen können. Im Sinne einer selbstbestimmten Entscheidung wird es im Folgenden jeder und jedem Einzelnen überlassen, die inhaltlichen Hinweise zu lesen oder nicht.

Zehner
Content Note:

In der Inszenierung von "Zehner" kommt es punktuell zum Einsatz von Stroposkop-Effekten sowie von Blendlichtern, die eine Belastung für lichtempfindliche Personen darstellen können.

Theater Konstanz
© Ilja Mess
Theater Konstanz
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