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PERSPEKTIVWECHSEL| Kreative Konzepte und nachhaltige Wege im Strafvollzug

Jährlich stattfindende Fachtagung



Einmal im Jahr veranstaltet das Team Theater Hinter Gittern eine mehrtägige Fachtagung. Unter wechselnden Themen wollen wir gemeinsam den Einfluss von Kunst- und Kulturprojekten auf Inhaftierte, Mitarbeitende im Strafvollzug und die Gesellschaft beleuchten. Die Veranstaltung bietet ein vielfältiges Programm aus Impulsvorträgen, Podiumsdiskussionen, Workshops und Arbeitskreisen, das Raum für Austausch und neue Perspektiven schafft. Die nächste Fachtagung ist bereits in der Planung und wird vom 02. - 03. Juli 2026 stattfinden. Informationen und Einladungen zu kommenden Fachtagungen werden über unseren Mailverteiler geteilt. Um aufgenommen zu werden, schreiben Sie gerne eine E-Mail an: theaterhintergittern@konstanz.de 

Zielgruppen der Fachtagung sind:

●  Fachkräfte aus Strafvollzug, Kriminologie, Rechts- und Sozialwissenschaften, Psychologie und Seelsorge 
●  Vollzugsleitungen und -mitarbeitende 
●  Kunst- und Kulturschaffende
●  Ehemalige Inhaftierte 
●  Alle Interessierten, die sich mit der Weiterentwicklung des Strafvollzugs auseinandersetzen möchten

Fokusthemen der Fachtagung sind: 

●  Gefängnis als Lern- und Entwicklungsort
●  Kunst und Kultur als Empowerment im Kontext Strafvollzug
●  Innovative Praxiskonzepte aus Kunst und Pädagogik

Unser Ziel
Die Fachtagung soll den Diskurs über aktuelle Haftbedingungen und die Bedeutung von Kultur- und Bildungsangeboten stärken. Dabei möchten wir die Chancen auf Resozialisierung und gesellschaftliche Teilhabe für Inhaftierte verbessern und alle Beteiligten zum Mitgestalten einladen. Teilen Sie diese Einladung gerne mit Kolleg*innen oder anderen Interessierten – unsere Tagung lebt vom Austausch unterschiedlicher Perspektiven. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Über Theater hinter Gittern
Das Projekt Theater hinter Gittern ist eine Initiative des Theater Konstanz, die seit über acht Jahren mit Unterstützung der Baden-Württemberg Stiftung in mittlerweile fünf Strafvollzugsanstalten theaterpädagogische Arbeit leistet – nachhaltig, erfolgreich und mit gesellschaftlicher Wirkung.

Referent*innen 2026

  • Tina Dürr | ModerationTina Dürr ist Moderatorin, Theaterpädagogin und Systemische Beraterin. Dürr hat seither in der politischen Bildung in Deutschland und im europäischen Kontext gearbeitet. Sie ist Moderatorin und Systemische Beraterin (SIT Tübingen). Seit 2011 arbeitet sie an der Philipps-Universität Marburg im Bereich Demokratieförderung und Rechtsextremismus-Prävention.
  • Denis Fondy | Justizministerium Abt. Justizvollzug
    Fondy studierte Jura. Nach dem Referendariat beim Landgericht Ellwangen wurde er 2016 in Tübingen zum Staatsanwalt, 2019 zum Richter am Landgericht ernannt, wo er Jugendstraf- und Jugendschutzsachen sowie Strafvollstreckungsverfahren bearbeitete. Seit Ende 2024 ist Fondy in der Abteilung Justizvollzug des Justizministeriums tätig
  • Stefanie Schmid | Good Lives Model (GLM)
    Stefanie Schmidt promovierte zum Thema Kriminalprognose und war im Justizvollzug in Berlin praktisch tätig. Seit ihrem Post-Doc-Aufenthalt bei Tony Ward in Wellington arbeitet sie mit ihm und seinem Team wissenschaftlich zusammen. Von Tony Ward wurde sie gebeten, das Good Lives Model (GLM) in Deutsch weiterzugeben. Ihre Erfahrungen als Systemische Beraterin, Trainerin für interkulturelle Kompetenz und Therapeutin der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) bereichern diese Arbeit.
  • Michaela Wasemüller | Anstaltsleitung der JVA Wiesbaden
    Michaela Wasemüller ist Juristin und seit 2002 im Höheren Dienst des Landes Hessen im Justizressort tätig. Sie war in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten tätig. Seit 2021 leitet sie die JVA Wiesbaden.
  • Silke Postler | Leitung der Abteilung soziale Arbeit in der JSA Berlin
    Seit 1998 ist Silke Postler als Sozialarbeiterin in der Jugendstrafanstalt Berlin beschäftigt. Seit 2021 ist Silke Postler Leiterin der Abteilung Soziale Arbeit in der Jugendstrafanstalt Berlin.
  • Manuel Matzke| Bundessprecher der Gefangenen Gewerkschafft (GG/BO)
    Manuel Matzke ist Bundessprecher der Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO). Als hafterfahrener Aktivist setzt er sich für die Rechte inhaftierter Menschen in Deutschland ein — durch parlamentarische Arbeit, Öffentlichkeitskampagnen und direkte Unterstützung Betroffener. Die GG/BO macht auf systemische Missstände im Strafvollzug aufmerksam und streitet für strukturelle Reformen des Gefängnissystems.
  • Julia Peters | Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Musikhochschule Lübeck
    Die Violinistin Julia Peters ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Musikhochschule Lübeck. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen neben der Musikpädagogik im Bereich der Hochschulentwicklung und der Hochschuldidaktik. Sie promoviert derzeit im Themenfeld „Musikpraxis in freiheitsentziehenden Kontexten“ und fokussiert dabei mutuelle Prozesse im Rahmen musikpädagogischer Interventionen.
  • Ricarda Milke | Miteinander e.V.
    Ricarda Milke arbeitet seit 2000 beim Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. Seither setzte sie zahlreiche innovative Projekte um, wie „Spielerisch die Welt verändern“ oder „Bühne frei für Respekt“. Derzeit leitet sie das Fachzentrum Radikalisierungsprävention in Vollzug und Straffälligenhilfe Sachsen-Anhalt (FRaP) und ist stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins.
  • Christoph Beyer | Miteinander e.V.
    Christoph Beyer arbeitet seit 2015 beim Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. Seither arbeitete er an zahlreichen Projekten zur politischen Bildung und Angebotsgestaltung im Strafvollzug mit. Im Fachzentrum Radikalisierungsprävention in Vollzug und Straffälligenhilfe Sachsen-Anhalt (FraP) konzipiert er außerdem Fortbildungen
  • Alfred Haberkorn| Leitung Kreativzentrum der JVA Zeithain
    Alfred Haberkorn arbeitet seit 1999 als Dipl. Kunsttherapeut in der JVA Zeithain. Als Begründer und Leiter des Kreativzentraums in der JVA Zeithain initiierte er u.a. Theater- und Musikprojekte. 2010 organisierte er, u.a. in Kooperation mit dem Dresdner Staatsschauspiel, das „Land in Sicht“ – Theaterfestival des sächsischen Justizvollzuges, zu dem Theaterinszenierungen mit Inhaftierten vorgestellt wurden. Seit 2011 ist Haberkorn im Vorstand des „Kunst im Gefängnis e.V.“
  • Peter Protic | Künstlerischer Leiter DIE WERFT 
    Peter Protic studierte Psychologie, Philosophie und Japanisch an den Universitäten Tübingen und Mainz. Neben freiberuflichen Arbeiten in den Bereichen Regie, Konzept und Buch für öffentliche und privatwirtschaftliche Auftraggeber ist er seit 2008 in der Kulturbühne DIE WERFT engagiert. Nach zahlreichen Regiearbeiten übernahm er dort 2017 die künstlerische Leitung. Hauptberuflich arbeitet Protic als Psychologe in einer psychotherapeutischen Ambulanz.
  • Anna Timme | Theaterpädagogin bei freikrethur gUGAnna Timme arbeitete als freischaffend als Film- und Theaterpädagogin. Im Haupterwerb ist sie zu dieser Zeit unter anderem für die inklusive Bildungsinstitution ikubiz gGmbH in einem Demokratieprojekt tätig. Seit Anfang 2023 ist sie freischaffend im Haupterwerb tätig und hat sich gemeinsam mit Nathalie Veit auf die Arbeit in Gefängnissen (z.B. JVA Bruchsal, JSA Schifferstadt) und mit ehemaligen Inhaftierten spezialisiert
  • Nina Oetken | MItarbeiterin freikreathur gUG
  • Jimmy Prison | Mitarbeiter freikreathur gUG
  • Ferhat Levent | Mitarbeiter freikreathur gUG
  • Anton Häusler | Tänzer und Choreograf
    Anton Häusler arbeitet als Lehrreferent für Tanz beim Hessischen Turnverband. Breaking und Hip-Hop begleiten ihn seit seiner Jugend. Er tanzte auf zahlreichen Bühnen in ganz Deutschland und bewies sein Können auf Tanzmeisterschaften.
    Seit über 15 Jahren ist Anton Häusler als Trainer tätig.
  • Aron Lachmann | AVD | Tänzer und Choreograf
    Aron Lachmann arbeitet hauptberuflich im allgemeinen Vollzugsdienst im Jugendvollzug Adelsheim. Seine Leidenschaft für Breaking und Hip-Hop führten ihn und seine Hip-Hop Crew zu mehrfachen deutschen Meistertiteln - auch auf internationaler Ebene. Als Trainer gibt er seine Erfahrung seit über 10 Jahren– in Tanzschulen, Vereinen, Jugendhäusern und Camps weiter.

Tagungsprogramm

Hier (2,3 MB) finden Sie das vorläufige Tagungsprogramm (2026) zum Download.

Anmeldung

Kontakt

Praktische Infos


Datum                        02.07. bis 03.07.2026
Tagungsort                Spiegelhalle des Theater Konstanz (Hafenstraße 10, 78462 Konstanz)

Die Spiegelhalle ist rollstuhl- und behindertengerecht ausgestattet.
 
 
Anfahrt mit dem PKW

●  von der B33 bzw. Fähre kommend: Konstanz Ortseingang / Richtung Zentrum an der großen Rheinbrücke folgen Sie dem Straßenverlauf Richtung Klein-Venedig, an dem Einkaufszentrum Lago der Ausschilderung Richtung Sea life Center folgen und über den nächsten Bahnübergang fahren. Nächste Parkmöglichkeit: das Parkhaus im Einkaufzentrum Lago oder der Parkplatz am Sea life Center hinter dem Bahnübergang.

●  von der Schweiz kommend: Richtung Bahnhof, an dem Einkaufszentrum Lago der Ausschilderung Richtung Sea life Center folgen und über den nächsten Bahnübergang fahren. Nächste Parkmöglichkeit: das Parkhaus im Einkaufzentrum Lago oder der Parkplatz am Sea life Center hinter dem Bahnübergang.


Parkhäuser und Parkplätze

Die Spiegelhalle liegt direkt hinter dem Konstanzer Hauptbahnhof und kann nicht direkt mit dem PKW angefahren werden. Wir empfehlen das Parkhaus im Lago Einkaufszentrum oder am Augustinerplatz beim Karstadt.


Mit dem ÖPNV / Zug

Rechts hinter dem Bahnhof den Bahnübergang überqueren und zu den Hafenhallen.

Theater hinter Gittern



Was geschieht, wenn wir Öffentlichkeit und Kunst in Räume bringen, in denen sie sonst kaum existieren? Wenn Freiheitsentzug auf theatrale Freiräume trifft? Das Junge Theater Konstanz untersucht seit fünf Jahren diesen vermeintlichen Widerspruch und setzt die erfolgreiche Kooperation mit vier Strafvollzugseinrichtungen in Baden-Württemberg fort. Wir wollen die Spieler*innen und Zuschauer*-innen zum Spielen auffordern. Sie berühren und auch konfrontieren mit verschiedenen Perspektiven auf die Welt. Mit ihnen nach neuen Wegen kreativen Schaffens suchen. Ihnen helfen, sich ihrer theatralen Freiheit bewusst zu werden. Wir wollen Veränderungen in Strukturen anstoßen und Denkimpulse geben. Das Gegenüber neu wahrnehmen und mit dem Gegenüber neu wahrnehmen. All das sind die Ziele unserer theaterpädagogischen Arbeit bei Theater hinter Gittern. In den Justizvollzugsanstalten Konstanz, Ravensburg, Adelsheim und Schwäbisch Gmünd führen wir verschiedene Theaterprojekte durch. Workshops in internen Schulen, aber auch langfristige Formate, die in eine abschließende Aufführung münden. Großzügig unterstützt wird das Projekt durch die Förderung der Baden-Württemberg Stiftung.

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