20/01/2023

STADTTHEATER

ABO

Woyzeck

von Georg Büchner

Dauer ca. 1:15h, keine Pause
Regie Nina Mattenklotz Bühne & Kostüme Lise Kruse
Dramaturgie Meike Sasse
Mit Ruby Ann Rawson, Anne Rohde, Anna Eger, Patrick O. Beck, Ulrich Hoppe, Henry Morales

Mit „Woyzeck“ schrieb Georg Büchner mit gerade einmal 23 Jahren ein dunkles, poetisches, bildgewaltiges und zutiefst berührendes Bühnenfragment, basierend auf realen, genau recherchierten Fällen. Woyzeck ist ein Außenseiter: finanziell an den untersten Rand der Gesellschaft gedrängt, von Vorgesetzten gedemütigt, von der Wissenschaft zum Studienobjekt gemacht und missbraucht. Er ist dem radikalen Mangel an Empathie seiner Umwelt ausgeliefert, bis die Welt ihm selbst zum Fragment wird und er schließlich aus dem sozialen Gefüge herausfällt. Doch Woyzeck ist nicht nur das Opfer sozialer Verhältnisse oder ein pathologischer Musterfall. Woyzeck ermordet Marie: ein Femizid.
In seinem Drama seziert Büchner die Erfahrung eines Lebens, das weder Sinn noch Moral zusammenhält, auch nicht das kleine Glück der Familie oder das große Glück der Liebe. Die Welt zerfällt in den Augen Woyzecks in eine Unverbindlichkeit, in deren Mitte er zum Spielball der anderen wird. Woyzeck sucht Kontakt, verspürt Sehnsucht nach wirklicher Begegnung – und kommt nicht bei sich und nicht beim Gegenüber an. Wer bin ich? Wer kann und soll ich sein?

Termine & Tickets

Januar
Freitag, 20.01.2023  | 20:00 | Tickets | PREMIERE 
Dienstag, 24.01.2023 | 20:00 | Tickets 
Mittwoch, 25.01.2023 | 15:00 | Tickets
Donnerstag, 26.01.2023 | 10:00 | Schulvorstellung
Freitag, 27.01.2023 | 19:30 | Tickets
Samstag, 28.01.2023 | 20:00 | Tickets
Montag, 30.01.2023 | 10:00 | Schulvorstellung 
Dienstag, 31.01.2023 | 10:00 Schulvorstellung

Februar
Mittwoch, 01.02.2023 | 20:00 | Tickets
Donnerstag, 02.02.2023 | 20:00 | Tickets
Samstag, 04.02.2023 | 20:00 | Tickets
Sonntag, 05.02.2023 | 18:00 | Tickets
Dienstag, 07.02.2023 | 19:30 | Tickets | 19:00 Einführung 
Donnerstag, 09.02.2023 | 19:30 | Tickets | 19:00 Einführung 
Samstag, 11.02.2023 | 20:00 | Tickets
Mittwoch, 15.02.2023 | 20:00 | Tickets
Freitag,  17.02.2023 | 19:30 | Tickets | Zum letzten Mal

Pressestimmen

Ohne Theaterblut, ohne Messer, ohne Täter – und umso eindringlicher, weil es das Opfer erzählt. Mit diesem starken Setting beginnt Regisseurin Nina Mettenklotz ihre Konstanzer „Woyzeck“-Inszenierung.
…Mattenklotz beginnt mit der Mordszene, lässt Marie erklären, dass sie einem Femizid zum Opfer fiel. …Anne Rohde spielt das mit beeindruckender Klarheit und Kraft.
…Nina Mattenklotz und ihr sechsköpfiges Ensemble erzählen die Geschichte um Woyzeck und Marie mit hoher Spannung. Die kluge Musikauswahl untermalt das atmosphärisch. Die Niederträchtigkeiten, denen die Figuren ausgesetzt sind, werden nur leise angetönt, und wirken umso brutaler.

Julia Nehmiz, Thurgauer Zeitung, 23.1.2023
 

Am Theater Konstanz dreht Regisseurin Nina Mattenklotz jetzt den Spieß um und steigt anders als üblich mit dem Opfer in den Abend ein. Und zwar mit dem tatsächlichen, nicht mit dem vermeintlichen.
…Es zeugt von einer Gesellschaft, die sich nicht etwa vor Freiern oder Zuhältern fürchtet, sondern vor Frauen, die sich männlicher Kontrolle entziehen.
…Wunderbar, wie Ulrich Hoppe mit professoraler Betulichkeit den Freiheitsbegriff pervertiert, die sinnlose Unterdrückung natürlicher Bedürfnisse zum Menschheitsziel ausruft!

Johannes Bruggaier, Südkurier, 23.1.2023


Die Bühne von Lise Kruse bietet mit einem toten Wald aus grauen Baumstümpfen eine triste Szenerie. Dazwischen entfaltet sich die ganze Brutalität einer gnadenlosen Klassengesellschaft, in der Machtmissbrauch an der Tagesordnung ist und psychischen wie physischen Zoll fordert.
… Durch ihre dezente, aber zielsichere Auswahl von Kleidungsstücken erweitert Lise Kruse die Charaktere und knüpft an moderne Archetypen (beispielsweise den Highschool-Beau) an, die die Zuschauer:innen mit den einzelnen Figuren verbinden können.
… Ruby Ann Rawson spielt einen präsenten Woyzeck, der empfindsam ist bis hin zum Wahn. Büchners eingängiger Sprache verleiht Rawson mit ihrer Stimme den notwendigen Tiefgang («Was der Mond rot aufgeht, wie ein blutig Eisen»).

Franziska Spanner, Saiten, 29.1.2023

Theater Konstanz
Foto: Ilja Mess
Theater Konstanz
Foto: Ilja Mess
Theater Konstanz
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Theater Konstanz
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Theater Konstanz
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